Durchprobiert – Wenn aus dem Mietauto ein Familienauto wird

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Die Prioritäten beim Kauf eines Familienautos sind nicht unbedingt dieselben, wie sie es vor dem ersten Kind waren. Freunde von mir sind gerade aus der Elternzeit zurück und haben während dieser Zeit verschiedenen Fahrzeuge ausgeliehene. Ich habe sie zu ihren Erfahrungen befragt.

Lela: Wie war eure Elternzeit?

Michi: Unsere Elternzeit war super. Endlich hatten wir Zeit für Dreisamkeit. Die Zeit war unglaublich intensiv. Es war für mich toll die Entwicklung unserer kleinen hautnah und nicht nur Abends miterleben zu können. 

Angi: Außerdem hat man auch mehr Abwechslung zu dritt. Nicht, dass es zuvor langweilig gewesen wäre, aber ein Tag zu Dritt bietet einfach mehr als die normale Routine. Das tolle ist, dass Michis Arbeitgeber sehr flexibel ist und es ihm ermöglicht hat zusätzlich eineinhalb Monate Homeoffice zu machen. Und das nicht nur von Zuhause aus, sondern von Gran Canaria aus.

Lela: Gran Canaria? 

Michi: Ja, Angi ist hier aufgewachsen und es war unser Wunsch, dass wir dort zu dritt längere Zeit am Stück verbringen. Normalerweise sind wir zwar regelmäßig hier, aber dann nur zwei bis drei Wochen. 

Lela: Wie macht ihr es mit dem Auto? Habt ihr ein eigenes oder leiht ihr euch eines aus? 

Michi: Also in München haben wir einen Corsa…. noch. Nachdem wir im Sommer wieder Zuwachs bekommen, ist der Opel dann einfach zu klein. 

Angi: Zudem wir auch im Sommer häufig ans Mittelmeer fahren und der Corsa für drei oder vier Personen einfach nicht. In den Kofferraum bekommen wir ja nur gerade so den Kinderwagen rein. Deswegen muss jetzt dann bald etwas größeres her. [zwinkert] Ein richtiges Familenauto!

Lela: Und wie habt ihr es mit dem Auto auf Gran Canaria gemacht? 

Michi: Hier haben wir uns eines ausgeliehen. 

Angi: Eines? In Summe waren es vier Autos die wir hatten!

Michi: Ja, das stimmt. Je nachdem wie viel Besuch wir hatten, haben wir verschieden große Autos gemietet. 

Angi: Das hatte den Vorteil, dass wir auch gleich testen konnten, welches Auto wir für Deutschland in Frage kommt und welches weniger.

Lela: Welche Autos habt ihr ausgeliehen? 

Angi: Zunächst hatten wir einen Kia Ceed. Dann für ein paar Stunden den Renault Clio, den wir gleich wieder gegen einen VW Caddy getauscht haben. Als wir dann wieder zu dritt waren, hatten wir einen Renault Capture. 

Lela: Worauf habt ihr beim Aussuchen der Autos geachtet. 

Angi: Das wichtigste war uns, dass das Auto genügend Platz bietet. Der Kinderwagen, die Koffer oder Einkäufe brauchen Platz. Mehr als man denkt. Wir waren ziemlich erstaunt, wie sich das mit Kind plötzlich geändert hat. Und sicher sollte das Auto sein. Die PS waren uns weniger wichtig. In Spanien darf man eh nicht schneller als 120 fahren. 

Michi: Und sollte man auch nicht. Die Strafen können hier ziemlich drastisch sein. 

Lela: Und welches Auto hat euch am besten gefallen?

Angi: Das kommt drauf an. Der Kia Ceed war überraschend gut, obwohl Michi kein Fan von asiatischen Auto ist. 

Michi: Ja die Bedienkonzepte sind oft nichts für mich. Beruflich habe ich schon viele Mietwagen gehabt und die Asiaten fand ich selten intuitiv. Zu verspielt, zu bunt. Ich mag es da eher clean und auf das wesentliche beschränkt. Und wenn ich alleine unterwegs bin, dann auch gerne auch viel PS. 

Lela: Da lässt du dann die Sau raus?

Michi: Nur wenn es die Situation zulässt. Dann kann es schon mal über 180, 200 km/h gehen. Ein Freund meinte mal zu mir „You are a 160 kmph guy.“ Damit hat er es ganz gut getroffen. Nicht zu schnell, aber da wo es erlaubt ist auch mal etwas schneller. 

Lela: Kommen wir zum Ceed zurück. Hat euch der Kia Feed überzeugt?

Angi: Der Kia Ceed ist mit einem VW Golf vergleichbar. Wenn wir den Kinderwagen mitgenommen haben, dann war im Kofferraum nur noch Platz für ein paar kleinere Taschen.  Dies war vor allem eine Herausforderung als wir vom Flughafen losgefahren sind. Die beiden Koffer und den Kinderwagen mussten wir auf den Beifahrersitz und den Kofferraum aufteilen. Der Kinderwagen hat auch nur in den Kofferraum gepasst, wenn wir ihn nicht nur zusammengeklappt haben, sondern auch die Räder auf einer Seite abgenommen haben.

Michi: Uns haben zu der Zeit zwei Freunde besucht mit denen wir Ausflüge auf der Insel gemacht haben. Vier Erwachse inkl. eines großen Kindersitzes hatten gerade noch Platz. Wobei auf dem Beifahrersitz vor dem Kindersitz immer die kleinste Person sitzen musste, da sonst der Platz für den Sitz nicht ausgereicht hat. 

Angi: Fahrerisch war der Kia in Ordnung. Wir hatten zwar nicht das Leistungsstärkste Modell, aber selbst in den Bergen konnten wir alle Passstraßen bewältigen. 

Michi: Vielleicht war hier aber das Fahrwerk etwas zu sportlich und deswegen nicht ganz optimal. Unsere Kleine hat bei der kurvenreichen Fahrt mit ihrem mit ihrem Magen zu kämpfen. Was uns zuvor noch nie passiert ist. 

Angi: Man muss aber auch sagen, dass wir zuvor selten Serpentinen hoch sind. Wobei wir auch mit den anderen Autos in den Bergen unterwegs waren und sie sich diese Male nicht beschwert hat. Auf der Autobahn haben wir den Tempomat sehr zu schätzen gelernt. Die 120 km/h waren so einfach zu halten.

Lela: Wie war eurer Fazit zum Kia Ceed?  

Angi: Für eine Familie mit einem Kind ist der Ceed in Ordnung. Eine längere Reise ist mit dem Kia Ceed gerade noch so möglich, wenn nicht allzu viel Gepäck mitgenommen wird. Dass der Beifahrersitz so weit nach vorne geschoben werden muss, damit ein großer Kindersitz reinpasst war etwas nervig. 

Michi: Beim Fahrwerk würde ich beim nächsten Mal drauf achten, dass es nicht allzu sportlich ist. Ein entspanntes…

Angi: … idealerweise schlafendes…

Michi: … Kind ist wichtiger, als ein direkter Kontakt zur Fahrbahn.

Lela: Wieso seid ihr nicht beim Kia Ceed geblieben?

Michi: Zu dritt beziehungsweise zu viert war uns der Kia Ceed, so dachten wir zumindest, etwas zu groß. Wir waren der Meinung, dass mir mit einem kleineren Auto auch etwas Geld sparen könnten. 

Angi: Ja, nachdem die Freunde abgereist sind, ist mein Vater zu uns gestoßen. Wir alle kennen die Inseln mittlerweile so gut, dass wir keine großen Touren mehr geplant haben. 

Lela: Welches Auto hattet ihr euch ausgesucht? 

Michi: Für die VW Polo Klasse. Die Autovermietung hat uns dann schließlich einen Peugeot 208 gegeben. 

Lela: Wie waren eure Erfahrungen mit diesem Auto? 

Angi: Eine sehr kurze. 

Lela: Warum? 

Angi: Naja, weil der Kindersitz nicht richtig in den Peugeot 208 gepasst hat. Ok, es war auch ein ziemlich großes und klobiges Modell. Trotzdem war das sehr ärgerlich.  Wir konnten den Beifahrersitz einfach nicht weit genug vorschieben. 

Michi: Da aber der Kia Ceed bezogen auf die Länge gerade so gereicht hat, war das dann im Nachhinein nachvollziehbar.

Angi: Ja, mein Dad hat dann auch kurzen Prozess gemacht. Gleich am nächsten Tag hat er den Wagen zurück gegeben. Die Autovermietung hat ihm dann auch Kulanz für zwei Wochen ein größeres Auto gegen. 

Michi: Ein wesentlich größeres. Einen VW Caddy. 

Lela: Und? 

Michi: Der war natürlich was das Platzangebot angeht unschlagbar. In den Kofferraum konnten wir ohne Probleme den lediglich zusammengeklappten Kinderwagen und alle Koffer reinstellen. Die hintere Sitzreihe bot viel Platz und der Beifahrer musste sich die Armaturen nicht aus nächster Nähe ansehen.

Angi: Da ein Caddy auch nichts für die Rennstrecke ausgelegt ist, war das Fahrwerk nicht allzu direkt und aus meiner Sicht komfortabel. Schön fand ich das Auto nicht gerade schön, aber mittlerweile haben wir andere Prioritäten, weshalb ich vom Caddy ziemlich begeistert bin. 

Michi: Ein Modell mit Tempomat und Zentralverriegelung hätte es sein können, aber das war auch schon der einzige Nachteil. Wir waren fast schon enttäuscht als wir den VW Caddy zurückgegeben haben. Auf Dauer wäre die Leihe richtig teuer geworden. Weshalb wir einen Downgrade durchgeführt haben.

Lela: Was war dann der Downgrade?

Angi: Nach einigem Hin und Her ein Renault Capture. Da wir bei unserer Autovermietung Stammkunden sind, haben wir nach etwas Verhandeln einen vernünftigen Preis bekommen. 

Lela: Dieses Auto hattet ihr dann bis zum Schluss? 

Michi: Ja, beim Renault Capture sind wir geblieben. Alles in allem lag dieser zwischen dem Kia Ceed und dem VW Caddy. 

Angi: Platzmässig kann der Renault natürlich nicht mit dem Caddy mithalten. Trotzdem war das Platzangebot ausreichend für uns drei und dann auch vier. Den Kinderwagen mussten wir zwar genauso auseinander bauen wie beim Ceed. Dafür hatte der Beifahrer mehr Platz. 

Michi: Das Fahrwerk lag ebenfalls zwischen den beiden Vorgängern. Was ich nicht verstanden habe ist, wie man auf die Idee kommt, den Knopf für den Tempomaten neben der Handbremse „zu verstecken“. Ich habe mich zwei Wochen lang gewundert, war der Renault Capture, der wirklich ziemlich gut ausgestattet war, zwar Schalter für die Geschwindigkeitsregelung hatte, aber ich den Tempomaten nirgends einschalten konnte. Als wir dann nach zwei Wochen im Stau standen und wir Zeit hatte den Innenraum genauer anzusehen, hat Angi ihn dann doch gefunden.

Lela: Habt ihr eines dieser Auto für Deutschland ins Auge gefasst? 

Angi: Also wenn es eines der Autos auf Gran Canaria sein soll, dann der VW Caddy. Der bietet einfach am meisten Platz. Wir wollen uns aber noch andere Marken und Modelle ansehen und ausprobieren, bevor wir uns entscheiden. 

Michi: für nächstes Jahr planen wir auch mit dem Wohnmobil zu verreisen. Deswegen gehen unsere Überlegungen auch dahin, dass es ein kleiner VW Multivan werden könnte. Ich hatte als Student einen T4 und war von dem Konzept begeistert. Wobei es schon so ist, dass ein richtiges Wohnmobil für so eine Reise die bessere Alternative ist. 

Lela: Gibt ihr mir Bescheid, wenn ichr euch entschieden habt.

Angi: Klar, wenn wir uns entschieden haben, dann melden wir uns. 

Michi: Und falls wir einzelne Auto Probe fahren, dann natürlich auch!

leladjehuti
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Such Dir eine Aufgabe die Du liebst und Du wirst nie wieder arbeiten müssen.“ Konfuzius hat recht! Schon seit der Kindheit immer auf großer Fahrt von Augsburg nach Sarajevo ist diese Leidenschaft fürs Reisen bin heute geblieben. Und das obwohl wir bis zu 24 Stunden für die 1000 Kilometer brauchten. Das Reisen ist für mich ein Synonym für Neues, Spannendes, Mystisches. Ich habe meine Berufung gefunden und schreibe als freie Journalistin über Autos, Reisen und Kultur aus einem neuen und gar unbekannten Blickwinkel. Diese Mobilität und vor allem Neugierde auf das Unentdeckte brachte mich auch zu meinem jetzigen Wohnort, dem Oman, wo ich meine berufliche Leidenschaft mit alle ihren Facetten ausleben kann.

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